Ich habe einen erfahrenen User aus unserer Community gefragt und folgende Antwort bekommen:
Ich denke schon, dass das S50 Pro seine Daseinsberechtigung hat. 😊
Der eigentliche Vorteil liegt in der höheren Brennweite und der damit verbundenen feineren Abtastung des Himmels. Das S30 Pro hat 160 mm Brennweite und einen Pixelmaßstab von etwa 3,74 Bogensekunden pro Pixel. Das S50 Pro kommt mit 260 mm auf etwa 2,30″/Pixel. Damit bildet es ein Objekt auf dem Sensor rund 1,63-mal größer ab und tastet die Details entsprechend feiner ab. Kleine Galaxien, planetarische Nebel oder andere kompakte Deep-Sky-Objekte können dadurch von der höheren Detailauflösung profitieren.
Nicht vernachlässigen sollte man dabei aber auch die deutlich höhere Lichtsammelleistung im Vergleich zum 30-mm-Linsensystem des S30 Pro. Durch den größeren Linsendurchmesser von 50 mm gegenüber 30 mm ist die Lichtsammelfläche nicht nur etwas, sondern quadratisch größer. Das S50 Pro sammelt rein mathematisch etwa 2,78-mal so viele Photonen pro Sekunde wie das S30 Pro. Das bedeutet in der Praxis, dass es bei gleicher Belichtungszeit deutlich mehr Signal liefert. Um eine vergleichbare Bildtiefe zu erreichen, kann das S50 Pro deshalb wesentlich kürzere Integrationszeiten benötigen. Als grobe Vorstellung: Was beim S50 Pro nach 20 Minuten erreicht wird, kann beim S30 Pro unter vergleichbaren Bedingungen durchaus eher in Richtung einer Stunde gehen. Das ist natürlich keine feste Umrechnungsregel, weil Sensor, Optik, Filter, Himmel und Verarbeitung ebenfalls eine Rolle spielen, aber der Unterschied ist schon erheblich. Gleichzeitig verbessert sich dadurch das Signal-Rausch-Verhältnis, sodass schwache Nebel- und Galaxienstrukturen schneller sichtbar werden.
Das normale S50 liegt mit 250 mm Brennweite und etwa 2,39″/Pixel übrigens praktisch auf demselben Niveau wie das S50 Pro. Der Unterschied bei der Detailauflösung ist hier also nur gering.
Nur sieht man diesen Auflösungsvorteil in den sozialen Medien leider oft kaum. Die Bilder werden dort in der Regel deutlich verkleinert oder komprimiert dargestellt, und spätestens auf dem Smartphone gehen viele der zusätzlichen Details unter. Gut, dass wir jetzt unsere externe Galerie haben. 😉
Das S30 Pro kann mit seinem extrem großen FoV natürlich ganz andere Stärken ausspielen. Gerade bei großen Nebeln, ausgedehnten Galaxienfeldern oder Übersichtsaufnahmen ist das schon beeindruckend.
Ob das S50 Pro sinnvoll ist, wenn man bereits ein S50 und ein S30 Pro besitzt, ist deshalb für mich tatsächlich die entscheidende Frage. Das S50 hat bei kleinen Objekten und auch bei Sonne und Mond bereits praktisch dieselbe Detailauflösung wie das S50 Pro. Das S30 Pro deckt dagegen mit seinem großen Sichtfeld einen ganz anderen Bereich ab.
Für mich persönlich wäre der zusätzliche Nutzen eines S50 Pro deshalb eher gering.
