AZ-Modus oder EQ-Modus – wo liegt der Unterschied?

Wer mit einem Seestar fotografiert, stößt früher oder später auf die Begriffe AZ- und EQ-Modus. Doch was unterscheidet die beiden Betriebsarten?

AZ-Modus (Alt-Azimutal)

Im AZ-Modus steht das Seestar auf einem waagerecht ausgerichteten Stativ. Das Teleskop bewegt sich horizontal und vertikal, um einem Himmelsobjekt zu folgen.

Der große Vorteil: Der Aufbau ist unkompliziert und schnell erledigt. Allerdings entsteht bei längeren Aufnahmeserien eine sogenannte Feldrotation. Dabei dreht sich das Sternenfeld langsam im Bild, was besonders bei längeren Gesamtbelichtungszeiten und Mosaiken zu Problemen führen kann.

Aber auch im AZ-Modus lassen sich über mehrere Stunden Einzelaufnahmen sammeln und stacken. Feldrotation begrenzt dabei vor allem den nutzbaren Bildausschnitt und kann an den Bildrändern zu Verlusten führen.

Schön zu sehen in den Ecken – Feldrotation

EQ-Modus (Äquatorial)

Im EQ-Modus wird die Nachführachse des Seestar parallel zur Erdachse ausgerichtet. Dafür wird das Teleskop entsprechend geneigt und nach Norden ausgerichtet.

Im Allgäu, wo ich wohne, beträgt die erforderliche Polhöhe ungefähr 48 Grad.

Durch die Nachführung entlang der Erdachse wird die Feldrotation weitgehend vermieden. Das ermöglicht längere Einzelbelichtungen und erleichtert ausgedehnte Deep-Sky-Aufnahmen.

Welcher Modus ist besser?

Für unkomplizierte Beobachtungen und kurze Belichtungszeiten ist der AZ-Modus vollkommen ausreichend.

Wer dagegen längere Aufnahmeserien, lichtschwache Nebel oder Galaxien fotografieren möchte, profitiert häufig vom EQ-Modus.

Fazit: Beide Modi haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, welche Objekte man fotografieren möchte und wie viel Aufwand man beim Aufbau betreiben will.