HIP 106890 ist die Katalognummer eines Sterns im Hipparcos-Katalog, der sich inmitten des berühmten Elefantenrüsselnebels (IC 1396A) im Sternbild Kepheus befindet.
Besondere Bekanntheit genießt die Bezeichnung heute in der Hobby-Astronomie: Smarte Teleskope (wie das ZWO Seestar) nutzen diesen spezifischen Stern in ihrer Software als primären Ansteuerungs- und Orientierungspunkt, um den eigentlich recht lichtschwachen Nebel exakt im Bildausschnitt zu zentrieren. Wenn Sie nach „HIP 106890“ suchen, finden Sie daher meistens großartige Astrofotografien des Elefantenrüssels.
Der Stern HIP 106890
- Objekttyp: Hauptreihenstern (Spektralklasse B0V). Es handelt sich um einen extrem heißen, blau-weißen Stern.
- Temperatur: Seine Oberflächentemperatur liegt geschätzt zwischen 10.000 und 25.000 Kelvin (zum Vergleich: unsere Sonne hat etwa 5.778 Kelvin).
- Helligkeit & Sichtbarkeit: Mit einer scheinbaren Helligkeit von ca. 8,1 mag ist er für das bloße Auge unsichtbar. Sie benötigen ein Fernglas oder ein Teleskop, um ihn zu sehen.
- Entfernung: Er ist rund 2.400 bis 2.560 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Die Umgebung: Der Elefantenrüsselnebel (IC 1396A)
Der Stern sitzt direkt in einer dichten Wolke aus interstellarem Gas und Staub.
- Die Form: Die markante, rüsselartige Silhouette entsteht, weil die intensive Strahlung und die Sternwinde benachbarter, massereicher Sterne (vor allem des nahen Systems HD 206267) das umliegende Gas ionisieren und zum Leuchten bringen. Die dichte Staubwolke selbst bleibt dunkel und hebt sich als Schattenriss davor ab.
- Sternentstehung: Der Nebel ist eine aktive Geburtsstätte neuer Sterne. Durch den enormen Strahlungsdruck wird das Gas so stark komprimiert, dass im Inneren des „Rüssels“ neue Protosterne entstehen.
Aufgenommen habe ich dieses Himmelsgebiet mit meinem Seestar S50 Pro über mehrere Nächte hinweg.
Mithilfe der Mosaik- und Planfunktion konnte ich insgesamt rund 12 Stunden Belichtungszeit sammeln. Dabei arbeitete ich im EQ-Modus mit 30-Sekunden-Einzelbelichtungen.
Am Ende hatte das Mosaik eine beeindruckende Größe von 56 GB. Das anschließende Stacking mit 2× Drizzle dauerte auf meinem PC unglaubliche 800 Minuten – also über 13 Stunden!
Die finale Bildbearbeitung erfolgte anschließend in AstroWizard mit den bekannten und leistungsstarken RC Astro Tools.
Ein enormer Zeit- und Rechenaufwand, aber für mich hat sich jede Minute gelohnt!

