Mein erstes Mosaik über mehrere Nächte

Mein erstes Mosaik über mehrere Nächte – der Elefantenrüsselnebel

Mein erstes Mosaik über mehrere Nächte war für mich ein spannendes Projekt und gleichzeitig eine echte Herausforderung.

In den sozialen Medien wurde viel über die Planfunktion des Seestar diskutiert. Immer wieder las ich Aussagen wie: „Das Seestar schafft das nicht“, „Die Planfunktion funktioniert nicht richtig“ oder „Das Teleskop fährt in den folgenden Nächten nicht mehr exakt dieselben Positionen an“.

Ich persönlich kann keines dieser Probleme bestätigen.

Über die Monate September und Oktober hinweg fotografierte ich mit meinem Seestar S50 Pro immer wieder den Elefantenrüsselnebel. Dabei nutzte ich die Planfunktion, die ich jeweils für den Zeitraum von 20:30 Uhr bis 4:00 Uhr morgens einstellte.

Die Aufnahmen entstanden ausschließlich im EQ-Modus mit 30-Sekunden-Frames. Mein Seestar stand dabei immer am selben Platz in meinem Garten. Die Lichtverschmutzung würde ich dort auf etwa Bortle 4–5 einschätzen. Also keineswegs perfekte Bedingungen für die Astrofotografie.

Während des gesamten Projekts funktionierte die Planfunktion bei mir zuverlässig. Auch das erneute Anfahren des Mosaiks über mehrere Nächte hinweg bereitete keine Probleme.

Warum ich immer wieder Zwischenstände bearbeitet habe

Zwischen den einzelnen Aufnahmenächten habe ich das gesammelte Material immer wieder bearbeitet. Nicht etwa, weil ich schon fertig war, sondern weil ich zeigen wollte, was es tatsächlich bringt, über viele Stunden Photonen zu sammeln.

Die erste Version meines Mosaiks bearbeitete ich nach 360 Minuten Belichtungszeit (6 Stunden). Die zweite Version entstand nach 600 Minuten (10 Stunden) und die dritte schließlich nach 720 Minuten (12 Stunden).

So lässt sich sehr schön vergleichen, wie sich das Bild mit zunehmender Belichtungszeit verändert. Schwächere Nebelstrukturen werden deutlicher sichtbar, das Bildrauschen lässt sich besser reduzieren und immer mehr feine Details kommen zum Vorschein.

Gerade diese Entwicklung fand ich besonders spannend. Sie zeigt, wie viel Potenzial selbst in einem vergleichsweise kleinen Smart-Teleskop steckt, wenn man ihm ausreichend Zeit gibt.

Mein Mosaik und der Endgegner: mein PC

Mit dem fertigen Mosaik bin ich auf jeden Fall zufrieden. Allerdings brachte mich die anschließende Bildbearbeitung an meine Grenzen – beziehungsweise meinen Computer.

Die riesigen Datenmengen und das aufwendige Stacking machten meinem bisherigen PC ordentlich zu schaffen. Das Projekt entwickelte sich damit nicht nur zu einer Herausforderung für das Seestar, sondern vor allem für meine Hardware.

Aber was soll’s? MediaMarkt hatte gerade wieder seine Mehrwertsteueraktion. Also nutzte ich die Gelegenheit und gönnte mir einen neuen PC, der hoffentlich auch für zukünftige, noch größere Mosaike besser gerüstet ist.

Mein Fazit: Für mich hat sich dieses Projekt absolut gelohnt. Die Planfunktion hat zuverlässig gearbeitet, das Seestar S50 Pro hat über mehrere Nächte hinweg seine Aufgabe erfüllt und ich konnte eindrucksvoll beobachten, welchen Unterschied zusätzliche Belichtungszeit macht.

Und eines ist sicher: Das war bestimmt nicht mein letztes großes Mosaik!