Wie Smart Teleskope von Dwarf Lab die Astrofotografie revolutionieren

Wer früher faszinierende Galaxien, lichtschwache Gasnebel oder ferne Kugelsternhaufen fotografieren wollte, brauchte vor allem diese Dinge: fundiertes Fachwissen, ein Budget von mehreren tausend Euro und nicht zuletzt Nerven aus Stahl für das mühsame Ausrichten schwerer Montierungen und Fernrohre. Mit modernen Smart Teleskopen wie dem Dwarf 3 oder dem Dwarf Mini von DwarfLab wird es Hobby-Astrofotografen deutlich einfacher gemacht.

Ein Smart Teleskop für den Rucksack, kann das wirklich gut sein?
Im Frühjahr 2023 erschien das Dwarf 2 und wurde von der Astro-Community zunächst eher belächelt. Die Bilder waren allerdings für die Größe (1,2kg, 24mm Öffnung, 100mm Brennweite, insgesamt nur etwa so große wie ein dickes Buch) erstaunlich, wenn auch die Sterne noch recht aufgebläht wirkten und es den Bildern an Detailschärfe mangelte. Aber die Nachfolger ließen nicht lange auf sich warten: Im Herbst 2024 erschien Dwarf 3, im Herbst 2025 Dwarf Mini. Aktuell, im Herbst 2026, erwarten alle mit Spannung das neue Dwarf Draco, auf das wir sehr gespannt sein dürfen- und wer weiß, was noch kommen wird.

Was macht ein smartes Teleskop eigentlich?
Ein Smart Teleskop verbindet Optik, Kamera und computergesteuerte Nachführung in einem kompakten Gehäuse. Es wird unkompliziert über eine App vom Smartphone oder Tablet aus gesteuert. Was Dwarf 3 und Dwarf Mini angeht, so bedeutet das:
• Automatisches Plate Solving, Go To und Nachführung: Das Teleskop fotografiert kurz den Himmel, erkennt das Sternmuster und richtet sich selbst millimetergenau aus. Nun kann man im Himmelsatlas ein Ziel wählen und anfahren lassen. Das Gerät trackt das Objekt, sodass es immer in der Bildmitte bleibt.
• Live-Stacking: Das Dwarf nimmt zahlreiche Einzelbelichtungen auf, richtet sie automatisch aus und legt sie aufeinander. Auf dem Smartphone-Display kann man dabei zusehen, wie das Motiv von Minute zu Minute detailreicher wird.
• Integrierte Filter: Das Dwarf 3 hat 3 Filter, VIS (für visuelles Licht), Astro (visuelles Licht plus Infrarotbereich) und Duoband (für Schmalband-Aufnahmen). Selbst von lichtverschmutzten Städten aus kann man so kontrastreiche Nebelstrukturen sichtbar machen. Das Dwarf Mini verzichtet auf den VIS-Filter, da es fast ausschließlich für Nachtaufnahmen konzipiert wurde, wohingegen das Dwarf 3 auch super für Landschafts- und Naturaufnahmen am Tage ist.

Fakten zum Dwarf 3
1. Kompaktes Format, feine Auflösung: Mit knapp 1,3 kg Gewicht und integriertem Akku passt das Gerät in jeden Rucksack. Verbaut ist der Sony IMX 678 Sensor, es hat 34mm Öffnung und 150mm Brennweite.
2. Vielseitigkeit durch Duale Kamera-Optik: Neben dem Teleobjektiv für Deep-Sky-Objekte, Sonne und Mond ist eine Weitwinkelkamera verbaut – perfekt für Aufnahmen der Milchstraße oder Landschafts-Panoramen am Tage. Auch ist die Weitwinkelkamera hilfreich, um das Teleobjektiv auszurichten.
3. EQ Modus um die Bildfelddrehung zu kompensieren, wenn man längere Einzelbelichtungen möchte. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten.

Das „Dwarf Mini“: Noch kleiner, noch leichter
Wem das Dwarf 3 noch zu groß war, für den hat DwarfLab mit dem Dwarf Mini das Konzept der mobilen Astrofotografie auf die Spitze getrieben:
• Ein Fliegengewicht für die Jackentasche: Mit gerade einmal 840 Gramm und ultrakompakten Maßen ist es das derzeit handlichste Smart-Teleskop am Markt – ideal für Wandertouren oder Flugreisen. Dennoch hat es 30mm Öffnung und 150mm Brennweite.
• Hochempfindlicher Astro-Sensor: Ausgestattet mit einem lichtstarken Sony IMX662 Sensor (2 Megapixel) liefert das Mini trotz seiner kompakten 30-mm-Öffnung erstaunlich rauscharme Deep-Sky-Aufnahmen.
• Volle Software-Power: Trotz des geringeren Preises müssen Nutzer auf fast nichts verzichten: Automatisches Plate-Solving, Live-Stacking, Filter sowie Sonnen-, Mond- und Mosaik-Modi sind komplett an Bord und natürlich kann es auch EQ aufgestellt werden. Lediglich für die Fotografie bei Tage hat das Dwarf 3 mehr zu bieten.

Die App bietet viele praktische Funktionen, so kann man beispielsweise über den Himmelsfinder in der Weitwinkelansicht aktuell sichtbare Objekte einblenden und diese direkt anfahren lassen, mit Stellar Studio seine Bilder nachbearbeiten sowie Mosaike oder Aufnahmen aus unterschiedlichen Nächten stacken lassen. Viele vermissen jedoch bei Dwarf Lab bisher einen verstellbaren Fokus der Weitwinkelkamera.

Mit Draco geht Dwarf Lab neue Wege- was bisher bekannt ist
Der DWARFLAB Draco ist das in Kürze vorbestellbare größte Smart-Teleskop von DWARFLAB und soll mit einer 90-mm-Öffnung in einer deutlich höheren Liga spielen. Offiziell bestätigt sind bislang außerdem:

Was wir noch nicht über Draco wissen

Gespannt wartet die Astro-Community vor allem auf die entscheidenden Details des Sensors und der Optik: Dwarf Lab hat den genauen Sensortyp, die Sensorauflösung und die Pixelgröße bislang nicht genannt. Auch Brennweite und Öffnungsverhältnis sind noch nicht offiziell bestätigt.

Offen sind außerdem Preis, Gewicht, Akkulaufzeit, Filterausstattung und die genauen technischen Daten von Guiding und Sensorrotation. Es bleibt spannend!