Da ich das gute Stück immer von einem Bekannten ausleihen muss, ist meine Zeit mit dem Seestar S50 Pro natürlich begrenzt. Also musste die nächste klare Nacht genutzt werden.
Der Mond war mit rund 98 % allerdings immer noch extrem hell. Für lichtschwache Galaxien waren die Bedingungen damit alles andere als optimal. Deshalb entschied ich mich für ein etwas dankbareres Ziel: M57, den Ringnebel in der Leier.
In der GoTo-Einstellung den LP-Filter aktiviert, die Belichtungszeit auf 30 Sekunden gestellt und M57 als Ziel ausgewählt. Wie vom Seestar gewohnt, wurde das Objekt relativ schnell gefunden. Noch einmal fokussiert – und dann durfte das S50 Pro seine Arbeit verrichten.
Währenddessen machte ich es mir gemütlich und schaute Deutschland gegen Griechenland. Das Seestar stand währenddessen alleine im Garten und sammelte fleißig seine Aufnahmen.
Dabei muss man meine Bedingungen erwähnen: Ich wohne mitten in einer Siedlung. Kaum ein Nachbar macht abends die Rollläden herunter und entsprechend kommt einiges an zusätzlichem Licht zusammen. Von einem perfekten dunklen Standort kann bei mir also wirklich keine Rede sein. 🙂
Nach dem Spiel, also nach ungefähr 90 Minuten, ging es wieder raus zum Seestar. Und da kam tatsächlich die erste Überraschung:
Kein einziger Ausschuss!
Das S50 Pro hatte tatsächlich sämtliche FITS mit jeweils 30 Sekunden Belichtungszeit behalten.
Das war für mich besonders interessant, weil ich es vom normalen S50 durchaus anders gewohnt bin. Gerade bei längeren Einzelbelichtungen konnte dort je nach Bedingungen einiges aussortiert werden. Dass das S50 Pro unter meinen Bedingungen 90 Minuten lang mit 30-Sekunden-Aufnahmen durchlief und dabei keinen einzigen Frame verwarf, hatte ich so nicht erwartet.
Spätestens an diesem Punkt wurde ich neugierig, was sich aus den gesammelten Daten von M57 herausholen lässt.

Das Seestar wurde dann leider erst einmal wieder von meinem Bekannten abgeholt, der übrigens ganz in meiner Nähe wohnt. Heute Nachmittag brachte er es mir dann wieder vorbei und ich konnte mich endlich an die Daten machen.
Zu Hause das Seestar eingeschaltet, die App gestartet und zunächst das Ganze intern stacken lassen. Anschließend habe ich das Seestar mit meinem PC verbunden.
Hier muss ich noch etwas erwähnen: Im Netz liest man immer wieder von Problemen, dass das Seestar am PC nicht erkannt wird oder die Daten nicht gefunden werden. Das kann ich aus meiner bisherigen Erfahrung nicht bestätigen. Bei mir hat die Verbindung auf Anhieb funktioniert und ich konnte problemlos auf die Daten zugreifen.
Danach ging es an die Bearbeitung. Die Daten wanderten zunächst in AstroWizard und anschließend noch in GIMP für den letzten Feinschliff.
Und dann war M57 fertig.
Ganz ehrlich: Wenn ich mir die Bedingungen anschaue – ein zu 98 % beleuchteter Mond, meine lichtverschmutzte Siedlung und gerade einmal rund 90 Minuten Gesamtbelichtungszeit – finde ich, dass sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann.

Für mich auf jeden Fall ein weiterer Punkt, bei dem mich das Seestar S50 Pro positiv überrascht hat.
Grüße, Stefan

Schreibe einen Kommentar